Reiseziel Hiddensee

Rezension: Hiddi Seepferdchen auf großer Fahrt (Lindemann & Feuser)

Die von Rügen stammende Autorin Janet Lindemann hat zusammen mit der Illustratorin Janni Feuser) ein tolles Kinderbuch mit Hiddenseebezug herausgebracht. Ich habe es auf Herz und Nieren geprüft und stelle euch hier meine Rezension vor.

Infos über das Buch

  • Titel: Hiddi Seepferdchen auf großer Fahrt
  • Autor: Janet Lindemann und Janni Feuser
  • Jahr: 2015
  • Verlag: Inselkinder Verlag Rügen
  • Seiten: 12
  • Preis: 9,95 €
  • ISBN: 978-3-9817217-1-3

Zum Inhalt des Buches

Hiddi Seepferdchen auf großer Reise Buchcover

Hiddi Seepferdchen | Quelle: Inselkinder Verlag

Es gibt in diesem Buch einen Hauptcharakter und das ist Hiddi, das Seepferdchen. Zusammen mit seinen Freunden, dem Rochen Jochen und Hai Heidi lebt Hiddi im Aquarium des Meeresmuseums Stralsund. Auf einem Stadtspaziergang erkunden sie die Altstadt Stralsunds und Hiddi landet auf einem Segelschiff (natürlich die Gorch Fock, die tatsächlich im alten Hafen ankert), das …. zur Insel Hiddensee fährt, die vom Umriss her aussieht wie ein Seepferdchen.
Auf Hiddensee trifft das kleine Getier einen Kutscher mit Wagen und Pferd, findet einen Bernstein am Strand und tauscht diesen gegen einen Räucherfisch vom Fischer ein. Nachdem Hiddi den Leuchtturm bestiegen hat, muss es am Abend die Heimreise antreten und seinen Freunden in Stralsund alles berichten.

Was ich über das Buch sagen kann

Ihr merkt an meiner Nacherzählung, dass die Zielgruppe des Buches irgendwo zwischen 3 und 8 Jahren liegen muss (wie auch vom Verlag angegeben). 3 Jahre finde ich persönlich etwas zu jung, da es einige Sachen in dem Buch gibt, die man in diesem Alter nicht verstehen kann. Die Abstraktion des Inselgrundrisses und Wörter wie „Bock“ (gemeint ist der Kutschbock) werden erst in späteren Jahren verstanden.
Nichtsdestotrotz ist das ein herzallerliebstes Bilderbuch (die gereimten Textanteile halten sich wirklich in Grenzen) und die Tiere sind wirklich ganz drollig gemalt. Ich schreibe gemalt, statt gezeichnet (obwohl es das wohl ist), weil die Illustrationen wie Gemälde daherkommen. Die dicken Pinselstriche, die reinen Farben – Kirchner, Schmidt-Rottluff und Pechstein treffen auf Monet. Insgesamt werden die kleinen Leser damit aber nicht überfordert, vor allem die Hauptpersonen sind sehr kindgerecht und sympathisch dargestellt. Besonders gelungen ist natürlich das goldfarbene Seepferdchen, dessen große Kulleraugen verdächtig auf ecstasy Einfluss deuten. Auf die Idee, einen großen Hai zu verweiblichen und mit langen Wimpern und Lippenstift zu zeichnen, muss man auch erstmal kommen. Der Kutscher erinnert zwar mehr an ein Räuchermännchen aus dem Erzgebirge, aber sei es drum. Stralsund und Hiddensee sind so gut getroffen, dass Ortskundige sofort erkennen, um welche Orte es sich handelt.

12 Seiten erscheinen fast ein wenig kurz und auch die Geschichte weist einige Ungereimtheiten und schwer nachzuvollziehende Brüche auf – aber das sind nur Kleinigkeiten, die den guten Gesamteindruck nicht schmälern. Einzig bei der Schrift hätte ich mir gewünscht, dass noch ein Typograph hinzugezogen worden wäre. Sie wirkt ein bisschen alltäglich und hätte ruhig einen verspielten Ausdruck vertragen können. Bei der Titelschrift auf dem Cover hat es ja auch geklappt.

Es freut mich besonders, dass es sich um eine Buchveröffentlichung handelt, die auch im Druck und der Bindung in Deutschland entstanden ist. Der Preis von knapp 10 € geht durchaus in Ordnung.

Beziehen kann man das Buch über die vielen Verkaufsstellen auf Rügen, Hiddensee und Berlin, dem onlineshop oder Amazon (derzeit noch nicht lieferbar).

Ein Kommentar zu “Rezension: Hiddi Seepferdchen auf großer Fahrt (Lindemann & Feuser)

  1. Rodner

    Buch haben wir gerade (2017) für unsere Enkel gekauft. Meine Frau heisst Heidi und ich (Hans-) Jochen. Es ist ein sehr schönes Buch, zumal uns mit der Insel viel verbindet. Zufall oder nicht, das Zusammentreffen der Fakten ist phänomenal. Janett Lindemann möchte ich danken auch für die Widmung.

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