Reiseziel Hiddensee

Abbruchgefahr an der Steilküste – Hochuferweg gesperrt

Die Steilküste von Hiddensee wird von etwa 2 Kilometer langen Rissen durchzogen. Wegen möglicher Abbrüche sind weite Teile des Hochuferweges und am Steilufer gesperrt.

Weihnachten 2011 wurde eine Frau mit ihren 2 Töchtern von einem Abbruch an der Steilküste bei Kap Arkona /Rügen überrascht, als sie entlang des Ufers spazierten.
Die jüngste Tochter Katharina wurde von mehreren Tausend Kubikmetern Geröll verschüttet und kam dabei ums Leben. Ihre Leiche konnte bis jetzt auch nach tagelanger Suche nicht gefunden werden. Neue Abstürze, die Unzugänglichkeit des Geländes und schlechte Witterung führten dazu, dass die Suche nach dem Leichnam des kleinen Mädchens eingestellt werden musste.

kleiner Erdrutsch an der Steilküste | © Reiseziel Hiddensee 2011

Erdrutsch an der Steilküste

Kurz darauf wurden auf dem Hiddenseer Hochland Risse in der Steilküste entdeckt, die sich auf einer Länge von 2 Kilometern hinziehen. Diese Risse erreichen eine Tiefe von bis bis 1.20 Meter sind aber im Normalfall 15 Zentimeter tief. Die vielen Regenfälle des letzten Jahres sind bis auf die Tonschichten des Hochlandes durchgedrungen und lassen diese aufquellen. Dadurch funktionieren diese Schichten wie eine Rutschbahn für das darüberliegende Gesteinsmaterial. Hält die feuchte Witterung an, rechnen die Behörden mit großräumigen Abbrüchen.

Daraufhin wurde ein Großteil des Hochuferwegs zwischen Kloster und der Hochufertreppe sowie zwischen Leuchtturm und Honiggrund gesperrt. Ebenso der Weg am Fuß der Steilküste, den man in dieser Jahreszeit ohnehin nicht begehen sollte.

  • Bericht der Ostee-Zeitung über die Abbruchgefahr und Wegsperrungen auf Hiddensee
Blick zur Steilküste des Hiddenseer Hochlandes.

Steilküste

Abbrüche von Gesteinsmaterial zählen zu den natürlichen Veränderungen einer Steilküste. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten geht auf diese Weise viel Material an den Steilküsten Hiddensees, Rügens und Usedoms verloren. Diese Prozesse aufzuhalten ist nicht möglich. Man muss sie akzeptieren und mit ihnen umgehen lernen. Man sollte sich dabei vergegenwärtigen, dass Steilküsten zwar reizvoll und faszinierend aber eben auch sehr gefährlich sind.

Als erste Konsequenz wurde angekündigt, den Hochuferweg in der Sommersaison 2012 um 50 Meter zurückzuverlegen. Weitere Maßnahmen sind je nach Entwicklung der Situation zu erwarten.

Insgesamt haben die Winterstürme dieses Mal ganz schön heftig an der Insel genagt. Auf folgenden Quellen können Sie Videos und Photos vom Strand sehen: